Garagenfirma

Eine Garage kann viel mehr sein als ein kleiner Raum, in dem man sein Auto abstellt. Eine Garage kann auch ein Ort sein, der die Inspiration und den Erfindergeist weckt. Einige der weltweit bekanntesten und umsatzstärksten Unternehmen hatten ihre Ursprünge zwischen Werkbank, Fahrrädern und Motoröl. Man nennt diese Phänomene "Garagenfirmen", die insbesondere aus dem Bereich Elektronik und Informationstechnik kommen. Deshalb hat es schon viel mit Tüftlerromantik zu tun, wenn sich junge Menschen treffen, um in der heimischen Garage an ihren Ideen und Visionen zu schrauben.

Das wohl berühmteste Beispiel für eine Garagenfirma ist das 1976 gegründete Unternehmen "Apple" in Los Altos, Kalifornien. Die beiden Pioniere Steve Jobs und Steve Wozniak stellten in der Garage von Jobs Eltern ihre selbst gebastelten Rechner auf, um diese ausgiebig zu testen. Um das Startkapital für ihre Planungen aufzubringen, verkaufte Steve Jobs seinen VW-Bus und Steve Wozniak einen teuren Taschenrechner von Hewlett-Packard. Die Entwicklung des ersten Apple-Rechners ging zügig voran und auch die ersten Exemplare wurden bereits 1976 verkauft. Das Geschäft lief aber zunächst sehr schleppend an. Der Durchbruch gelang dann mit dem Apple 2, also der zweiten Computerversion von Steve Jobs und Steve Wozniak. Mit einer verkauften Stückzahl von knapp zwei Millionen Exemplaren bis 1985 wurde das Unternehmen weltberühmt. Der Auszug aus der Tüftlergarage kam demnach schneller als erwartet. Heute sitzt die Firma Apple in Cupertino. Der Ort befindet sich im sogenannten Silicon Valley (dt.: "Siliziumtal"), das für seine vielen Fachfirmen im Technologiebereich bekannt ist.

Apple produziert mittlerweile neben Computern auch Mobiltelefone, Bildschirme und andere Hardwareartikel. Das Unternehmen hatte im Jahr 2009 einen Umsatz von 42 Milliarden Dollar. Aktuell plant Apple den Ausbau des Apple TV, einer kleinen Anlage, die an den heimischen Fernseher angeschlossen werden kann, um verschiedene Medienformate abzurufen. Darüber hinaus arbeiten die Ingenieure in Silicon Valley an der neuesten Version des iPhone, das neben dem eigentlichen Telefonieren auch viele weitere nützliche und aufregende Möglichkeiten mitbringt.

Weitere bekannte Garagenfirmen sind zum Beispiel "Microsoft" oder "Google". Bill Gates, der Firmengründer von Microsoft experimentierte mit Freunden in einer Garage, um später das meistbenutzte Betriebssystem der Welt zu erfinden. Windows verkaufte sich millionenfach und machte Bill Gates zum reichsten Menschen der Welt. Auch die Entwickler der populären Suchmaschine Google testeten ihre Software zunächst in einer Garage. Larry Page und Sergei Brin wollten die Informationen im weltweiten Netzwerk schneller zugänglich machen. Ihr System analysierte die Wertigkeit einer Seite anhand ihrer Backlinks. Backlinks sind Verweise von anderen Seiten auf eine bestimmte Homepage. Je mehr solcher Verweise eine Internetseite aufweist, desto höher wurde sie bewertet und dementsprechend hoch fiel auch ihr Ranking bei Google aus. Heutzutage ist das Rankingsystem von Google sehr viel umfassender. Die Backlinks spielen aber auch weiterhin eine außerordentlich wichtige Rolle, wenn Leute bestimmte Begriffe in die Suchmaschine eingeben, um somit passende Ergebnisse zu erhalten. Mit etwa 131 Milliarden Euro ist Google die teuerste Marke der Welt geworden. Ähnlich wie Apple hat auch Google seine Geschäftsfelder kontinuierlich erweitert. Neben einem eigenen Betriebssystem hat Google auch ein eigenes Smartphone hergestellt, das aber nicht den erwarteten Erfolg brachte. Darüber hinaus bietet Google verschiedene Softwareanwendungen an. Mit Google Maps lassen sich beispielsweise Routen für die Autofahrt planen. Bei Google Mail gibt es einen kostenlosen E-Mail-Account.

Eine der ältesten Garagenfirmen, welche auch gerne als Ursprung des Silicon Valley bezeichnet wird, ist das Unternehmen "Hewlett-Packard", das schon 1939 in einer kleinen Holzgarage in Palo Alto gegründet wurde. Damals kannte man weder Computer noch Softwareprogramme. Ein Tonfrequenzgenerator war das erste Produkt, welches die beiden Gründerväter William Hewlett und David Packard auf den Markt brachten. Einer der ersten Kunden war übrigens Walt Disney, dessen Ideen auch in einer Garage entwickelt wurden. Es müssen also nicht immer Computertechnologien sein. Das haben sich auch Harold Matson, Elliot Handler und dessen Frau Ruth Handler gedacht, als sie 1945 das Unternehmen "Mattel" in einer Garage gründeten. Die Firma ist für ihre kleinen Puppen bekannt geworden, die wohl jeder schon einmal gesehen hat. Denn die blonde Barbie gibt es bis heute weltweit in sämtlichen Spielzeuggeschäften zu kaufen.


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